Der Orden im 21. Jahrhundert

Der Religiöse und Militärische Constantinische Orden des Heiligen Georg gehört zu den ältesten ritterlich-religiösen Institutionen der christlichen Welt und ist einer der wenigen Orden dieser Tradition, die heute noch international aktiv bestehen.


In Treue zu seinem geistlichen Ursprung widmet sich der Orden der Förderung sozialer, humanitärer und kultureller Initiativen im Einklang mit der Lehre der Kirche. Sein besonderes Anliegen gilt Menschen in Not – insbesondere jenen, die von Armut, Krieg oder gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen sind, sowie Christen, die wegen ihres Glaubens Verfolgung erleiden. Zugleich versteht sich der Orden als Hüter und Förderer des materiellen und immateriellen kulturellen Erbes Europas.


Über mehr als drei Jahrhunderte hatte der Orden seinen Sitz in Italien; seit 1960 befindet sich das Großmagisterium in Spanien. Heute vereint er mehr als 3.000 Mitglieder – Ritter, Damen und Geistliche – in neun Nationalen Kommissionen in Europa und Amerika. Der Orden ist in den Staaten seines Wirkens anerkannt und pflegt traditionsreiche Beziehungen zum Heiligen Stuhl, zum Königreich Spanien und zur Italienischen Republik.


Der Orden besteht aus Rittern, Damen und Geistlichen. Die Ordenklassen des Ordens sind Justiz, Jure Sanguinis, Verdienst sowie Amt. Damen wurden erstmals durch eine Reform der Statuten im Jahr 1908 in den Orden aufgenommen. Gegenwärtig stehen alle Kategorien und Grade Damen offen, mit Ausnahme der Würde des Bailiffs.


Alle Mitglieder des Ordens müssen sich zur katholischen, apostolischen und römischen Religion bekennen und die „Eigenschaften und Tugenden des vollkommenen christlichen Ritters“ besitzen. Durch eine jüngere Reform können Nichtkatholiken mit dem Konstantinischen Kreuz „ehrenhalber“ ausgezeichnet werden, werden jedoch nicht zu Rittern oder Damen des Ordens.


Der Großmeister behält sich das Recht vor, Ritter oder Damen des Verdienstes durch die Verleihung einer silbernen Plakette auszuzeichnen und sie damit in einen Rang über die übrigen Ritter dieses Grades zu erheben sowie Rittern oder Damen Jure Sanguinis eine goldene Plakette zu verleihen.


Gemäß den Statuten von 1934, geändert 1943 und bekräftigt 1968, ist das Ziel des Ordens „die Verherrlichung des Kreuzes, die Verbreitung des Glaubens und die Verteidigung der Heiligen Römischen Kirche“.



Von den Rittern wird verlangt, „als vollkommene Christen zu leben … an allen Bestrebungen mitzuwirken, die zur Verbreitung der religiösen Grundsätze unter den Menschen beitragen, und mit allen zusammenzuarbeiten, die die Praxis des Christentums wiederbeleben … sowie sich den beiden größten und wichtigsten sozialen Werken zu widmen, nämlich der Krankenpflege und der Nächstenliebe.“